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reiseberichte

es gibt kein kebap in der türkei... dafür teppiche? - ein erfahrungsbericht

neulich durfte ich eine kleine teppichreise nach asien unternehmen. namentlich in die türkei. um nicht gleich am anfang verwirrung zu stiften kläre ich zwei sachen auf. 1. ja, die türkei liegt in asien, bzw. der grösste teil davon. ein kleiner teil gehört auch zu europa, aber nur ein ein winziger. 2. wir flogen nicht mit dem teppich in die türkei, wie bei alibaba und die sieben zwerge, sondern per flugzeugfluggerät. das ziel einer teppichreise ist, wie es das wort schon sagt, ein ausflug, welcher die möglichkeit bietet teppiche zu kaufen, handgeknüpft versteht sich, und das zu gutem preis. um die leute auf eine solche reise zu locken, gibts den sonnenbrand an der türkischen riviera gratis dazu.

nach gutem flug mit der kebapairways landeten wir unversehrt, aber sehr durstig, da es kein bier an board hatte, in antalya. weiter gings mit einem car nach side. 24 uhr ankunft, die frisur hält, der durst an. zum guten glück bot die minibar noch zwei türkische staatsbiere (efes) feil, zwar abgeloffen, aber hauptsache bier. nach einer ruhige nacht, weckte uns die sonne oder der hunger, ich weiss es nicht mehr. auf jeden fall stiegen wir aus den feder und überfielen das frühstücksbuffet. der volle magen öffnete uns die augen unr wir erkannten, dass wir am meer gestrandet sind, von landesseite her zwar, aber wir wollen hier mal nicht pinggelig sein. das meer hatte noch mehr zu bieten, nähmlich einen strand mit sand. diesen strand nutzen wir die nächsten tage mal früher, mal später (wohl eher) für sonnenbrandförderungsaktionen. die nähere umgebung musste natürlich auch erkundet werden, viel gabs nicht, etwa 6 bars, clubs, pubs oder was diese halt darstellen sollten. alle buhlten um die gunst der kunden und wir beehrten auch fast jeden bcp (bar-club, pub) ein oder mehrere male.

gegessen haben wir eher feudal, kepab zu später nachtzeit auf dem teller, kepab zu frühen mittagszeit aus dem tontopf (kein scherz). um sich das vorstellen zu können, müssen westeuropäer die hiesig gebräuchliche form des kebaps gedanklich über board verwerfen. kebap muss nicht zwingend im brot aufgetischt werden, sondern kann auch offen auf dem teller, am spiess oder wie gesagt im tontopf serviert werden. der tontopfkebap ist eine delikatesse erster güte, gaumenverwöhnung der spitzenklasse, wirkt abführend wie rizinusöl....müsst ihr einfach ausprobieren. das mit dem abführend ist gelogen, aber für ein bigmac verweichlichtes mägelchen kann ich natürlich auch nicht garantieren.

das nachtleben war auch nicht übel. zumal sich die türkischen barbetreiber lieber zu den gästen setzten, als etwas anderes zu tun. diese tatsache verschaffte uns gelegenheit das türkische "sein" ein wenig näher kennenzulernen. so ist es dem muslimischen türken vom glauben her untersagt alkohol zu konsumieren. einige nehmen es aber nicht so genau oder interpretieren den koran falsch: einige trinken alkohol, aber sozusagen immer mixgetränken, wie zum beispiel wodka-bier, was ja höchst wahrscheinlich nicht sehr gut schmeckt. ich kann mir das trinken dieses unglücklichen gemischs nur damit erklären, dass es der koran nicht erlaubt bier oder wodka in reiner form zu konsumieren, mischt man jedoch beides, ist es wieder neutralisiert. was weiss ich, kann ja schliesslich kein arabisch, die meisten türken auch nicht, also sei denen und mir verziehen. ansonsten sind die türken sehr gastfreundlich und unterhaltsam, aber den handstand können sie definitiv nicht, dass musste auch die kamera meines kollegen erfahren, welche dieses spektakel fotografieren wollte. diese kamera ist jetzt nämlich im sprichwörtlichen elend.

der oben erwähnte teppichausflug, welcher obligatorisch war, mussten wir auch noch mitmachen. mit teppichen alleine wars aber noch lange nicht getan. zuerst chauffierte uns ein car zu einem schmuckverkaufshaus ohne fenster, sehr edel im innern. nach einer kurzen einführung versuchten wir fluchtartig das gebäude zu verlassen, damit uns kein verkäufer etwas andrehen konnte. ufffff, nichts gekauft. weiter gings mit dem car ins landesinnere, wo wir eine altertümliche stadt (hierapolis) besuchen durfte, welche durch die griechen gebaut wurde, dann durch die römer übernommen wurde und jetzt ziemlich brüchig aussieht. diese antike bauwerke befinden sich in pamukkale und ist so ziemlich das einzige dort. was am abend so abging, kann sich jeder selber ausmalen. am nächsten morgen gings weiter zum eigentlichen höhepunkt, die teppichfabrik. dort angekommen, führte uns der chef in die teppichproduktion ein. er zeigte woher die wolle kommt, wie sie gefärbt und dann verarbeitet wird. sehr spannend, ehrlich. nachher gings in einen showroom, wo einem zuerst ein tee angeboten wurde, wenn man wolle könne man auch alle 5 teesorten ausprobieren. gesagt getan, salbeitee schmeckt hässlich, dafür ist apfeltee ein genuss. nachdem alle ihren tee und wir unsere fünf geschlurft hatten, gings los mit der teppichpresentation. lehrtöchter rollten auf dem boden in etwa 50 teppiche aus, welche durch den teppichguru kommentiert wurden, bis man den boden nicht mehr sah. nach dieser eindrücklichen teppichrollausaktion stürmten verkäufer in den raum, einer direkt auf uns zu. der findige verkäufer merkte sofort, dass wir je fünf tee verköstigt hatten und stellte uns sogleich rechnung 5 tee= 5 teppiche. irgendwie waren wir damit nicht einverstanden und er meinte sie könnten den verlust nicht mehr wettmachen. herzlos wie wir sind, war uns das sch...egal. da kamen auch schon zwei türkische lehrtöchter angetanzt mit je einem selbstgeknüpften kleinen teppich für 60 euro. das war uns immer noch zu teuer. auch als der preis automatisch auf 45 euro fiel und es die eine lehrtochter zum heiraten gratis dazu gab, war unser kaufinteresse nicht grösser und so wurde uns ziemlich schnell gezeigt, wo sich der ausgang befindet. uffff, nichts gekauft zum zweiten. als letztes highlight gings in eine lederwarenfabrik. dort gings auch mit einer einführung los, dann tee. verkäufer kommen. wir kein interesse. einem befreundeten landesgenossen wird eine lederjacke zuerst für 400 euro, dann 300 euro, dann 200 euro angeboten. immer noch kein interesse, dann sagt verkäufer 100 euro mit dem kommetar, er müsse ja nicht immer etwas verdienen. paa, zocker. der ausgang befindet sich die treppe runter, dann links. ufff, nichts gekauft zum dritten.

der rest der reise ist eigentlich schnell erzählt. nach diesen harten ichwillnichtskaufentagen gönnte uns der reiseveranstalter noch einige tage ruhe in belek. diese ruhe nutzen wir um uns gemächlich die haut zu verbrennen und die bäuche vollzuschlagen. der heimflug ging auch gut und wir sind sicher wieder in der schweiz gelandet.

zum schluss möchte ich noch zwei weisheiten aufführen, welche uns während des aufenthaltes in der türkei zugetragen wurden. die eine weisheit stammt von einem lebenserfahrenen basler, der in der diskussion, ob frauen und männer zum zusammenleben geeignet seien folgendes von sich gab: "eigentli nid, aber wenn sie pulver hät, chasch di biegä". wir tippten auf geschieden. die zweite weisheit kommt von einem türken, dem die bar gehörte, in der wir des öftern flüssiges zu uns nahmen. es handelt wieder von man und frau: eine frau ist zuwenig, zwei frauen zuviel und drei zu teuer. für mich ergänzen sich diese beiden weisheiten wunderbar. was ihr davon haltet, ist euer (wodka)-bier....

euer sebi-sansibar


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