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reiseberichte

travel report donau-städte-trip #1

wenn es um die sommerferien geht, beziehungsweise um die festlegung eines zieles, dann gibt es verschschiedenes zu berücksichtigen und abzuwägen. soll man dorthin, wo einem das herz hinzieht? nach schweden. an die überfüllten strände von rimini oder mallorca? oder etwas völlig neues entdecken? diese und noch viele fragen mehr gingen uns durch den kopf als wir über die sommerferien verhandelten. dann aber einigten wir uns auf eine drei-donau-städte-tour. konkret wollten wir die städte wien, bratislave und budapest besuchen. dieser entscheidung mag vieles zugrunde liegen, aber am treffendsten, so finde ich, umschreibt folgendes zitat unsere entscheidung:

"reisen ist keine taetigkeit, es ist eine ideologie" (zitat sebastian m. keller).

1. tag und erste nacht:

nach einem obligaten kurzbesuch am j&b fest gings nach zürich um von dort den nachtzug richtung wien zu nehmen. nachdem wisi einem arbeitslosen koch von irgendwo aus afrika, wohnhaf an der goldküste, eine bratwurst mit brot, senf und bier spendiert hatte, nahmen wir unser luxuriöses schlafwagenabteil in beschlag. da wisi und ich schnell den schlaf suchten und oli und stef sich noch unterhielten bis in alle nacht, hatten die zwei teams unterschiedliche schlafkonzepte. was bedeutete, dass wisi und ich schon morgens um fünf zum frühschoppen montiviert waren und die beiden andern nicht.

nun gut. in wien angekommen machten wir uns auf die suche nach dem youth hostel, was soviel heisst wie "zahl wenig, bekomm wenig". aber man wollte es ja so. das hostel was sich selbst allerdings hotel schimpfte, war allerwüst, aber billig. der man an der rezeption fühlte sich genötigt mit uns englisch zu sprechen, da unsere reservation in englisch ausgestellt war. er sollte nicht der einzige bleiben.

nachdem wir uns eingerichtet hatten (rucksack hinwerfen und duschen), erkundeten wir die stadt mit der u-bahn, für diesen zweck legeten wir uns eine 72h netzkarte zu, bäumige sache. der tag verging, der durst wuchs und so kam der abend. das nachtleben wiens wollte von uns erkundet werden. was gar nicht so einfach ist in einer grossstadt, wo man sich nicht auskennt. so fuhren wir mit der u-bahn zum schwedenplatz, was ja schon mal "nöd schlächt tönt". von dort liefen wir durch die stadt bis uns ein australien pub anlächelte. daraufhin platzierten wir uns draussen, der abend war lau. als wir oli bestimmten etwas trinkbares zu holen, kam die barmaid raus und schimpfte uns auf englisch zusammen, weil wir zwei kleine tische zusammen gestellt hatten. ihre pilzigkeit (unhöflichkeit) hat uns schon fast zum gehen gezwungen, doch der durst war grösser und so betraten wir die bar dann doch. drinnen nahm selbige barmaid widerwillig unsere bestellung auf, in englisch versteht sich. auf meine frage hin, ob sie kein deutsch spreche antwortet sie mit einem anflug von hysterie "no". dabei fanden zwei gedanken den weg in mein bewusstsein: 1. ich habe gedacht wir sind hier in österreich und 2. habe ich gemeint australier seien freundliche leute. natürlich sind mir durch diese dame nicht alle australier unsymphatisch, aber trotzdem. die kühlheit des "beer of the week" liess die miese stimmung der barmaid ein wenig herzlicher erscheinen und wir konnten sogar darüber hinwegsehen, dass die gute in einer zeitschrift las, während gäste an der bar etwas bestellten wollten. der höhepunkt jedoch war, als ich mein glas leer hatte und ein weiteres bier bestellen wollte und mir den satz fein säuberlich zurechtlegte: is there another beer left for me? was ja vielleicht nicht englisch vom feinsten ist, aber die kernaussage sollte zu hören sein:beer. sie jedoch tippte etwas in ihren computer und brachte mir die rechnung. ich machte sie darauf aufmerksam, dass ich eigentlich noch ein bier wollte und das auch immer noch will. wenn ich eines kann, dann ein bier bestellen und dies hat auch schon immer in englisch bestens geklappt. das machte sie so richtig rasend (racing) und ich musste schon fast auf die knie um doch noch ein bier zu bekommen. dies war dann das letzte und wir verabschiedeten uns freundlich, sie natürlich nicht, weder gestikular noch verbal.

wisi verdaute dieses erlebnis mit einem kleinen nickerchen in der u-bahn, sitzend versteht sich.

mehr von unserem donau-städte-trip in den osten in den nächsten tagen.

sebi

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