stories
short navi: columns | reports | interviews
reiseberichte

travel report münchen 1

weil es seit jahren brauch ist und der durst auch schon wieder da war nach dem flüssigen silvester, begaben wir uns auf die alljanuärliche studienreise ins grenznahe ausland. das erklärte ziel war die allseits bekannte und bei bierliebhabern beliebte stadt münchen im freistaate bayern.

so machten sich neun jünger des durstes mit dem öffentlichen verkehr auf nach münchen. mit dabei waren der kotletten xl, der allzeitgrindsende panzer, der pokerfaceige sigi, der oberzugführer sir rohner, der ausgewanderte staubi, der billigspritige pole, der büezer jack, der tanzwütige cheech und meine wenigkeit. diese neunköpfige truppe halbstarker pissoirproleten glaubten an die redewendung: "wasser nicht in den rhein tragen". obwohl der rhein nicht durch münchen fliesst. und so musste der proviant schon auf der zugfahrt dran glauben, dies bekamen auch die mitreisenden zu spüren.

in der stadt des ewigen durstes angekommen, orientierte der oberzugführer sir rohner zuerst einmal, wo sich das hotel befindet. dieses suchten wir auch sogleich auf, damit das schwere gepäck für zwei tage abgeladen werden konnte. im hotel ging die diskussion los, wer mit wem auf welcher deckenebene schlafen darf. zum guten glück hatte die reception das schon für uns eingeteilt (zwar mit falschen vor- und nachnamen, aber egal). so bezogen wir vier doppelzimmer und oberzugführer sir rohner bezog seinen egopalace oder auch genannt kommandozentrale, von dort aus koordinierte er die weitere biertätigkeit.

nachdem jeder sein zimmer bezogen hatte, versammelten wir uns vor dem hotel um das erste mal die stadt zu erkunden. oberzugführer sir rohner kannte die stadt bereits von seiner vorbereitungsreise im dezember. er führte uns durch den park, wo ein lidl einkaufswagen als transportmittel benutz werden konnte, dies funktionierte so lange gut bis kotletten xl das steuer übernahm und der zu transportierende oberzugführer sir rohner mit seinen hosen das nasse grass küsste. sir rohner nahms gelassen und führte uns weiter in ein gutes restaurant, wo erste bekanntschaft mit dem münchner bier und den halben haxen geschlossen werden durfte. besonders der billigspritige pole schloss die haxen ins herzen, was ihm dann den spitznamen polhaxe einbrachte. das essen smeckte herrvorragend, was vor allem dran zu erkennen war, dassdas der tanzwütige cheech ganze zwei wiener schnitzel verspachtelte, was normalerweise einer wochenration seiner ganzen familie entspricht.

nach der stärkung durch haxen und wiener schnitzel, fühlten wir uns kräftig genung für einen ersten besuch im weltweit bekannten hofbräuhaus. natürlich empfang man die bierkönige der schweiz dort mit rotem teppich und apllaus oder so ähnlich. das haus war gut gefüllt, aber wir fanden zwischen all den stammtischstämmen und lederhosentragenden doch noch einen tisch. der serviceoffizier war schnell und zuverlässig, freundlich nicht, aber egal, dass bier war kalt und mundete köstlich. wie kleine knirpse machten sich einige teilnehmer unserer studienreise auf, das berüchtigte kotzbecken im männerklo zu begaffen. und tatsächliche konnte die existenz jenes nachgewiesen werden. dem polhaxe und dem oberzugführer sir rohner genügte der halbe haxen nicht und sie bestellten noch weisswürste und brezen. nach dem ersten mass fühlten sich 7/9 der teilnehmer reif für einen kaffee und sie verliessen das lokal, nur der ausgewanderte staubi und ich verfügten noch über die nötige nüchternheit um ein weiteres mass zu bestellen. nach diesem weiteren mass und einigen relativ erfolglosen kommunikationsversuchen mit unseren neuen tischnachbarinnen (2 bushianerinnen und ein merkelgirl) verliessen wir das haus und machten uns auf den rückweg ins hotel, welches wir natürlich ohne grosse umwege sofort wieder aufanden. im hotel gönnten sich die restlichen 7/9 schon ein nickerchen und wir gesellten uns dazu.

nachdem wir wieder einigermassen fit waren, begann runde zwei: nachtessen und ausgang. jemand von uns glaubte zu wissen, dass man im osten gut die hüften schwingen konnte und so begaben wir uns mit der u-bahn nach ostmünchen. dort angekommen suchten wir uns eine schlitzeria (restaurant), diese waren dort leider nicht sehr üppig vorhanden. so betraten wir nach einigem suchen ein restaurant, welches höchstwahrscheinlich diese bezeichnung gar nicht verdient hat, darum ist er mir auch entfallen. der polhaxe stellte schnell fest, dass die wirtin und ihre tochter aus polen stammten und so blieben wir. etwas mehr als die hälfte trauten der sache und bestellten ein wiener schnitzel, die andern memmen bestellten cola. die vollbusige serviertochter-tochter wurde streng überwacht von ihrem freund, der sich an seinem beobachtungsposten an der bar niedergelassen hatte. das cola kam schnell, aber durch dass die friteuse und die herdplatte seit ewigkeiten nicht mehr benutzt wurde, dauerten die wiener schnitzel etwas länger. leider kriegte das wiener schnitzel das salz ab, dafür die pommes keines. durch den unerwarteten ansturm auf die wiener schnitzel musste ich, ohne es zu wissen, mit einem wiener fisch-schnitzel vorlieb nehmen. egal, ich habs gemerkt, gelacht und gegessen.

nach dem äusserst fragwürdigen mahl stürzten wir uns ins nachtleben. da wir es aus eigener kraft nicht finden konnten, fragten wir zwei nette männer, die auch untereinander sehr nett zu sein schienen, nach dem weg. sie empfahlen uns dem schlauch zu folgen (ja tuen wir das denn nicht immer...). wir folgten also ein weiteres mal dem schlauch und plötzlich standen wir mitten in einer partystadt die sich kultfabrik nannte. es kam uns vor, als ob wir uns in einer kleine stadt innerhalb münchen befanden, die extra fürs nachtleben gebaut wurde. beeindruckend. als wir die verblüffung überwunden hatten, kam der durst zurück und wir stürzten in eine bar. glück hatten wir auch noch, dass wir so früh dran waren (22 uhr), die drinks waren noch zu spottpreisen erhältich. so ölten wir unsere trockenen kehlen mit diversen leckeren cocktails. cocktails und nicht bier mag sich manch einer fragen, ja, denn ich weiss nicht mal ob bier erhältlich gewesen wäre. nach einiger zeit zog es die hälfte vor, einen club weiter zu ziehen und die andere hälfte zog es vor, weiter die kehle zu ölen. so kam es das sich die treue gruppe ein weiteres mal trennte und bis zum nächsten morgen nicht mehr zusammenfinden sollte. dies war jedoch nicht weiter schlimme, schlimmm war, dass der ausgewanderte staubi und ich uns des nachts zu einem dürüm hinreissen liessen, welcher scharf an der geniessbarkeitsgrenze war. aber unsere saumägen verkrafteten es knapp.

der nächste morgen war ganz nach dem motto: abends chef, morgen nichts. ich will zwar niemanden bloss stellen, aber gewisse leute wie beispielsweise der polhaxe und der pokerfaceige sigi drückten sich vor dem frühstück und dies ist nicht gerade ein kavaliersdelikt sondern ein schweres vergehen. der rest der truppe genoss das reichhaltige buffet, obwohl die speisen doch gut selektiert werden mussten. nach dem frühstück wagten wir uns ans schwierige unterfangen die beiden schlafmützen zu wecken. es brauchte doch einige anstrengung aus nicht jugfendfreien sprüchen und nonverbalem türklopfen, bis die beiden kuschelbären aus der feder sprangen (die frage, ob sie gerade intim beschäftigt waren, lässt sich leider nicht beantworten).


als alle mehr oder weniger frisch geduscht und mehr oder weniger fit sich vor dem hotel trafen, machten wir uns zu fuss auf, den olympiaturm zu besichtigen. wir wanderten über stock und tramschiene, stein und hügel bis wir den fernsehturm erreichten. dieser scheint ein berühmtens ausflugsziel, auch für müncher, zu sein. die liftfahrt auf den turm kostete 4 reichsmark und lohnte sich wirklich. die aussicht war, sofern die augen geöffnet waren, grandios. wie es halt ist in einer so grossen gruppe, einer klagt immer wegen hunger und so lifteten wir wieder den fernsehturm hinunter und fuhren mit der u-bahn in die stadtmitte. dort begegneten wir einem strassenmusikanten (siehe pi.cx) der doch einige fragen aufwarf...

wir kehrten ein, in einem restaurant, wo man den allzeitgrinsenden panzer und den büezer jack wiedererkannte, was eher ein negatives zeichen war, und gaben unsere letzen (t)euros für eine gelunge mahlzeit aus.

da wir kein geld und auch keine energie mehr hatten, entschloss der oberzugführer sir rohner, dass wir einen zug früher nach hause fahren werden. allen war das recht so und wir bestiegen den speisewagen. der bedienstete kellner war äusserst gehässig, die ganze fahrt über. er reservierte sogar für fiktive personen tische, damit er nicht zuviel zu tun hatte. auch auf unserem tisch landete ein solcher reservationszettel, aber wir ignorierten den zettel und harrten bis st.gallen aus. lustigerweise war der reservationszettel plötzlich ohne bedeutung, als wir noch essen bestellten. diese problematik alleine wäre es schon wert zu erörtern, dies lass ich aber lieber sein, geehrte leserinnen und leser, denn das würde den rahmen ihrer geduld sprengen.

die gruppe trennte sich nach dieser erfolgreichen studienreise wieder und freut sich auf eine weitere, die bestimmt folgen wird.

sebi (kelseb)


insider
benutzer:
 
passwort:
 
 
registration passwort vergessen?
werbung