stories
short navi: columns | reports | interviews
reiseberichte
studienreise nach kölle
Fenja unser Mentor

Am 16. dieses Monates, es war gegen 20.30 Uhr, trafen sich am Hauptbahnhof der Schweiz vier ehemalige Bundesbahnlehrlinge. Alle hatten sich seit ihrer Erstausbildung ihren Namen geschaffen und titulierten sich nun hochrangig. Dabei war Pöstler i. Gst. Schuler, Admiral Staub, Füsel Keller und meine Wenigkeit der Ozfhr. Ziel der Reise war der Besuch des Walfab, der in Kölle mit seiner Sarah residiert.

Mit Europas modernem Nachtreisezug (so reist man heute nach morgen) peilten wir das nördlich gelegene Kölle an. Da diese Konstellation überqualifizierten Nachwuchskaders in den letzten Jahren nie zu einer gemeinsamen Reise kam, wusste jeder ein paar Weisheiten aufzutischen. Dank den mitgebrachten aperitivischen Erfrischungen musste niemand durstig zu Bett. Das Manko der Gruppe bestand allerdings in Form einer Dose McChrystals. In Basel blieb für dessen Erwerb glücklicherweise etwas Zeit. Die Mutter am Kiosk holte gleich die grosse Ovobüx hervor, als sie uns sah. Aber wir wollten nicht drein schiessen, immer die Füsse stillhalten und mit der Strömung schwimmen. Darum begnügten wir uns mit dem kleinen Bruder der grossen Büx.

Die Ankunft gegen 05.45 war ordeli früh, doch der allgemeine Tatendrang war eh nicht länger im Zaun zu halten. Walfab erzählte uns von Spünten in denen das Kölsch unaufhörlich fliessen solle. Zu dieser Tageszeit traf es zwar noch nicht zu, aber der Tag war noch jung. Wir gönnten uns ein Käffschen und Kaiserbrötschen mit Wurscht. Pöstler Schuler führte uns zum Hotel und wir warteten auf Walfab. Die Residenz im obersten Stock war schon bezugsbereit und wir checkten an der Rezeption und an der Minibar ein. Danach wurden wir von Walfab im Seat zu dessen Behausung gefahren. Keiner von uns konnte vorhersehen, dass hier der eigentliche Höhepunkt der Reise auf uns wartete.

Entgegen der Vermutung war es nicht das Schatzeli Sarah, sondern die stark exhibitionistisch veranlagte Fenja. Fenja ist die Vermieterin der möblierten Wohnung und meinte es damit sehr ernst. Unter möbliert verstand sie nämlich auch das Zurücklassen sämtlicher Habseeligkeiten in allen Zimmern und Schränken. So warfen wir gespannt ein paar Blicke in ihr Fotoalbum von Lappland.
Im Nachhinein betrachtet sollten wir glücklich sein, dass es auf der Erde noch Regionen gibt an denen das Klima so frostig ist wie zwischen Nord- und Südkorea, denn da ziehen sich die Leute nicht freiwillig alle Kleider aus. In einer weiteren Fotokiste fanden wir dann Fenja’s wahres Ich. Da war sie, abgelichtet von Brooklyn mit seiner schlaffen, in der Gegend rumwurstelnden Blindschleiche, in verschiedenen Posen nach verschiedenen Äkten zu sehen. Die Aktualität und die Ästhetik waren leider nicht neueren Datums. Aktualität im Sinne von, dass damals Bären wie Bruno noch Hochkonjunktur hatten und Ästhetik im Sinne von, dass diese Fenja keine Augenweide war, respektive der Fotograph (und Liebhaber) eine Nullnummer. Ein Foto ohne Anstössigkeit durften wir mitnehmen, um auch Sie und die weitere Nachwelt über die Ereignisse zu informieren (-> Fotogalerie).

Eigentlich waren wir nun hin und her gerissen, zwischen einer weiteren Kiste Fenja intim und einem Meter Kölsch. Wir entschieden uns für letzteres. Dies war auch im Sinne der Mieter, die sich gemäss eigenen Aussagen noch nie an den Privatsachen vergingen. In einem Köllschschuppen am Ufer des Rheins liessen wir uns auf sogar auf zwei Meter Kölsch nieder. Danach folgte in einem Brauhaus eine Tellerladung voll deftiger deutscher Hausmannskost.

Da wir nach diesen vielen Impressionen schon wieder leicht erschöpft waren, legten wir uns für kurze Zeit aufs Hotelzimmerbett. Es tat gut und gab unserem Durst neue Kraft. Ortskenner Walfab führte uns ins Wirtshaus Früh. Wir fanden im Brauhauskeller Platz und genehmigten uns eine aperitivische Erfrischung. Die Striche auf dem Bierdeckel wurden immer zahlreicher. Wir gönnten uns Kölsch um Kölsch und evakuierten nach dem 60. schliesslich. In einem Irish-Pub hätten wir unserem nach wie vor vorhandenen Feierabenddurst gerne noch ein Guinness gewidmet. Einem Teil von uns blieb es aber verwehrt. Im Kriegschargon ausgedrückt war 40% des Gegners nach wenigen Schlücken bereits geschlagen. 20% durch einen ungewollten Ellbogenstoss und 20% durch Freitod vom Tresen runter. Hat jemand von Ihnen schon mal ein Bier ohne Fremdeinwirkung vom der Bar hinunter in den sichern Tod rutschen gesehen? Auch für uns war es eine traurige Premiere.

Dann war es an der Zeit unsere gebuchte Schlafmöglichkeit aufzusuchen. Füsel Keller, durch die WC-Damen die ständig Geld verlangten, langsam aber sicher etwas pilzig, suchte auf einer Baustelle das Toi-Toi Klo auf. Pöstler Schuler kam auf die glorreiche Idee dieses samt Inhalt (Füsel Keller und andere Exkremente) in die Baugrube zu kippen. Das Vorhaben scheiterte, da Keller’s seine verschissene Lage nicht verkannte. Kurz vor der Hoteltüre ermutigte ich Pöstler Schuler, mir das schon halb abgefallene Strassenschild Allerheiligenstrasse vom Laternenpfahl zu schrenzen. Dieser stand kurzerhand auf des 5-er BMW Kofferraum und tat es. Bis eine brüeled.

Der Sonntag zeigte sich wettertechnisch nicht von der besten Seite. Aber wie es Studienreisen nun mal so an sich haben, steht dann der kulturelle Teil im Vordergrund. Gleich neben dem Bahnhof wohnt der Dom, den wir durch abdrücken von 2 Reichsmark besteigen durften. Leider konnte uns auch Walfab nicht erklären, wieso der Domarchitekt auf die hirnrissige Idee kam, diesen so nahe an den Bahnhof zu bauen. Wissen Sie’s? Also wirklich! In unseren Breitengraden würden wir solche Leute mit einer nassen Zeitung zu Tode schlagen.

Nach diesen vielen Stufen schrieen die Kehlen nach Erfrischungen. Dazu gab es nochmals eine währschafte Mahlzeit bevor wir uns von Walfab verabschiedeten und uns auf den Rückweg begaben. Hiermit ein grosses Dankeschön an Ihn, der uns in schwierigen Stunden sicher und zielgerecht durch die Stadt geführt hat. Unsere Forderungen nicht durstig und hungrig nach Hause fahren zu müssen wurden erfüllt, zeitweise sogar übertroffen.

Ich bedanke mich auch bei meinen Mitreisenden für Ihr mitreisen und hoffe Sie bald wieder als Studienreisende begrüssen zu dürfen. Kölle war tölle!!

Mit Grussformel

Ozfhr Sir Rohner, Besitzer des Originalfotos von Fenja

insider
benutzer:
 
passwort:
 
 
registration passwort vergessen?
werbung