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Maradona auf Koks

Von Sir Rohner

Einige von euch mögen sich sicher noch an die Story mit meinem beinahe gestohlenen Velo in San Francisco erinnern. Diese habe ich im Rollenspiel zum Besten gegeben und darf stolz behaupten, sie verhalf mir zum Durchbruch als Kolumnist. Nun versuche ich in ähnlicher Form daran anzuknüpfen.

Heute spielen mit:

- 1 Person männlichen Geschlechts, die im Vollbesitze ihrer körperlichen Fähigkeiten ist, im geistigen Bereich aber arge Defizite aufweist. Wahrscheinlich würde die korrekte Wiedergabe der Wochentage bereits eine ungeahnte Meisterleitung darstellen. Bekleidet ist diese mit einem orangenfarbigen Overall, so dass der Eindruck entsteht, sie könnte den schwedischen Gardinen entflohen sein (Häftlingskleidung zumindest in den USA orange, in Kanada ev. auch??). Sie hat ein etwas speckiges Gesicht und trägt eine grossen Sonnenbrille. Irgendwie gleicht sie von der Postur und Gesichtsausdruck her dem Fussballer Maradona.

- weiter von der Partie sind 2 Hüter des Strassenverkehrsgesetzes die auf der Kreuzung Yonge und Dundas East einerseits wegen einer Baustelle und andererseits wegen einer bevorstehenden Töffparade den Verkehr (versuchen) zu regeln!

- zuletzt dann noch 10 weitere Hüter der restlichen Gesetze in diesem Land mit ihren 6 Dienstwagen welche oft und gerne mit viel Licht und Lärm durch die Strassen gejagt werden.

Ich nähre mich also besagter Kreuzung und sehe und höre "Maradona" wild mit Händen und Füssen gestikulierend und unverständliches Gebrüll von sich gebend auf dem Trottoir stehen. Soweit nichts spezielles, denn in Städten wohnen bekanntlich viele Durchgeknallte, was die Chance erhöht diese Spezies auch mal anzutreffen.

Während "Maradona" herumbrüllt (ev. gebt mir Koks, denn ich habe kein Geld mehr um mir selber welches zu kaufen) sperren die Hüter der Strassenverkehrsgesetze die Dundas Street ab und eine Töffkolonne mit ca. 50 laut knatternden und hupenden Töffs passiert. Und dies an einem Sonntagmorgen um 09.40 Uhr!! Da muss ich mich fragen: ja isch dene noed guet?!?! Nachdem alle passiert haben, geht "Maradona" auf den einen Hüter der Strassenverkehrsgesetze zu und schubst ihn an. Die Autos links und rechts hätten jetzt lange warten müssen, er solle diese zufahren lassen. Natürlich wird er rüde aufs Trottoir zurückgepfiffen! Er solle da weiterspinnen! Gesagt, getan. Er läuft zurück und zieht seinen Overall aus. Nun steht er im weissen, hautengen Stretchsanzug da und hat sogar die Sprache gewechselt. Er predigt nun auf Spanisch. Das macht den Fall klar: es ist MARADONA auf Koks!

Da die Gehörgänge des Hüters der Strassenverkehrsgesetze wohl etwas überreizt sind, ruft er via Funk die Hüter der restlichen Gesetze im Land zur Hilfe. Bald werden die Weltuntergangsparolen durch laute Sirenen und quietschende Reifen übertönt. Unterstützung naht in Form von 6 Dienstwagen, ja 1, 2, 3, 4, 5, 6 und deren 10 Insassen.

Maradona hat sich mittlerweile auf seinen orangenfarbigen Overall gesetzt. Ungern nur wird er aufgestanden, gehandschellt und zur Ganzkörpermassage brustvoran auf die Motorhaube des Wagens 4 gelegt. Drogen werden keine gefunden. Die hat er wohl alle intus. Dann darf er, wieder eher gezwungenermassen, im gleichen Wagen Platz nehmen. Seine Parolen verstummen als die Türe ins Schloss fällt.

Die nicht kleine Anzahl der Hüter der restlichen Gesetze steht nun im Kreis zusammen und sind sichtlich stolz auf ihre Heldentat, mit 10 Klappen eine Fliege erwischt zu haben. Wahrscheinlich aber nur so lange, bis sie merken, dass durch das geschickte Ablenkungsmanöver von Maradona seine "Teamkollegen" freie Hand hatten, um ein paar Strassen weiter einen Laden zu überfallen um cash für den Drogenlieferanten zu haben.

Tja, das Leben ist nicht immer fair. In diesem Sinne: no drugs, no fun!

Sie lesen mich wieder, Sir Rohner

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