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Travelreport Prag - Januar 08

Im nachfolgenden Travelreport (oder eher Trainingsrapport werden die einzelnen Teilnehmer (oder eher Spieler) zum Schutz ihrer Privatsphäre nicht namentlich erwähnt. Es geht nicht darum jemand für sein Tun anzuschwärzen, denn niemand ist perfekt. Aber einige haben ein halt paar Fehler mehr. Who cares?

Von Sir Rohner

Donnerstag, Tag 0
Es wurde einmal mehr Januar und somit Zeit für die traditionelle Studienreise. Nach langer Vorfreude plangten 10 Unerschrockene auf die Abreise nach der tschechischen Hauptstadt. Begleitetet, ja fast umringt wurden wir vom Zwipf, der in allen Fällen aus Kartonverpackungen mit Handgriff und dessen gefüllten 0,33l Rationen bestand.
Die Reise verlief problemlos auch wenn uns, oder eben weil uns, der Durst nicht so arg quälte. Jedenfalls durfte, Gott b’hüetis, kein Wasser zum Rhein oder umgemünzt kein Bier nach Prag getragen werden. So kämpften wir alle damit, uns die letzten Brausen noch vor Ankunft in den Kopf zu pressen. Bei Ankunft verzollten wir alle ein Damenräuschchen und einige waren so parat, dass auch der nach-Frühstücks-Bläss verzollt werden musste.

Freitag, Tag 1
In unserer noblen Residenz hielt sich das Personal bei unserer Ankunft mit Begeisterungsstürmen zurück. Wohl aber die Teilnehmer, als sie die Nachbarschaft erkundeten. Denn vis à vis befand sich ein Detailhandelsgeschäft das sich auf Spielsachen für das horizontale Amüsement spezialisiert hatte. Bedürfnisse dieser Art brachten einige durchaus mit und diese konnten so einfach gestillt werden.
Kurz druf abe traf auch der „Wirtschafts“-Student aus Wien ein und da wir nun mit einer Stärke von 11 auftraten wurden wir nicht nur einmal für die Nationalelf der Schweiz gehalten.
Der erste Programmpunkt umfasste eine Besichtigung der Brauerei Staropramen der dem ganzen Team gefiel, denn bei der Degustation langten alle gern zu. Wahrscheinlich erhielten wir gut und gerne auch ein Stängeli mehr als der durchschnittliche Besucher. Aber da wir in vielen Belangen überdurchschnittlich auftraten, mochte es auch ein Teeli mehr leiden.

Zur Erholung von den harten Reise- und Besichtigungsstrapazen gewährte der Käpt’n seiner Mannschaft im Hotel eine Erholungsphase von gut 2 Stunden. Diese wurde zuerst für eine aperitifische Erfrischung auf Zimmer 501 genutzt. Frohlockend stellten wir fest, dass das Mischverhältnis des Baccardi-Cola klar zu Gunsten des Baccardi ausfiel. Schön für das Verhältnis, weniger für einen Stammspieler. Kurz darauf mussten wir nämlich einen Nichtbetriebsunfall verzeichnen, da ein Stürmer schlafend von der Kofferablage auf den Boden stürzte.
Eigentlich hätte es der Käpt’n aufgrund langjähriger Erfahrung besser wissen müssen, dass diese AVM (Alkoholvernichtungsmaschine) und sein Zimmergenosse (der sich im Rausch sehr unzimperlich links und rechts verteidigte, somit also ein Verteidiger unserer Mannschaft ist) am nächsten Programmpunkt mit grösster Wahrscheinlichkeit fehlen würden, weil sie sich bereits in den ersten Trainings arg verausgabten und darum ein Nickerchen unabdingbar war.

Zur festen Nahrungsaufnahme fehlten diese wie vorausgesehen, kamen aber kurze Zeit später nach. Nach der unzähligen Brausenstemmerei, beliebte es uns allen die meiner- und andererteamkollegeseits bekannte Cocktailbar aufzusuchen. So stemmten wir viele Cocktailgläser und einige waren derart übermannt, dass sie nach dieser Kräftigungsübung mit mehreren Gutenachtteeli erneut eine schlafbedingte Pause einlegten.
Auf der anderen Strassenseite, vergnügten wir uns in der zweiten Nachthälfte bei Musik und Tanz weiter. Es wurden unzählige Kontakte zum weiblichen Geschlecht geknüpft, die uns offensichtlich erkannten und immer weiter in den Gitt getrunken.

Samstag, Tag 2
Zum Frühstück war das Team nicht komplett. Fehlen taten ein offensichtlich immer noch müder Stürmer und sein Zimmergenosse der Verteidiger Überall. Im Weiteren der schweizerisch-polnische Mittelfeldspieler. Doch das war nichts ungewöhnliches, da auch schon da gewesen. Wetten auf die Abwesenheit anderer wurden keine Angenommen, da dies genauer voraus gesagt werden konnte, als das Wetter für Tag 3. Austausch und Auffrischung vornächtlicher Erlebnisse stellte ein grosses Bedürfnis dar. Wie man vernahm wählten einige recht unkonventionelle Arten, um zum Bett zurück zu gelangen, aber Dank einer Adresskarte des Hotels fanden sie alle den Weg ins Teamhotel.

Pünktlich um 11lochloch brachen wir geschlossen auf zu einem vom Käpt’n geführten Rundgang durch die Stadt. Die frische Luft und Bewegung der vorher als unnötig oder gar nicht bekannten Muskelgruppen bekam den meisten gut. Doch mussten wir eingestehen eher den Eindruck eines kaputten Tschüttelikasten als einer fitten Fussballnationalelf zu vermitteln. Frühschoppen, und bei einigen das –stück, warteten nach rund einer Stunde auf uns. Schliesslich querten wir die Moldau über die Karlsbrücke und suchten kältebedingt eine weitere Beiz für die Weiterführung teambildender Massnahmen. Zufälligerweise fanden wir ein Hotel das genau gleich hiess wie unseres und die meisten wähnten sich zu Hause. Es war extrem höckig und so sassen wir einige Trainingseinheiten ab. Eine Sturmposition suchte auch den Thron auf und presste derart, dass er mit Schnuddernase vom stillen Örtchen zurückkam. Durch die extreme Teamgrösse sahen sie einige dazu veranlagt, andere gelegentlich zu grüssen in der Meinung man hätte sich schon lange nicht mehr gesehen.

Der Vorabend verlief gleich wie Vortags, sprich aperitifische Erfrischung für die Durstigen und dann VOLLZÄHLIGER Abmarsch zur Futtersuche. Der Besuch in der Beer Factory hätten sich einige sicherlich am Vorabend gewünscht, doch aufgrund von Vorkenntnissen musste der Käpt’n das Programm wie durchgeführt durchführen, da sich sonst einige fahrlässig argen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt hätten.
Wir bekamen bald einmal einen Tisch von dem uns vier goldig glänzende Bierhähne in der Tischmitte zuzwinkerten. Durch graphische Darstellung des Tischkonsums auf einer Leinwand entstand die vom Beizer gewünschte Rennatmosphäre und so duellierten wir gegen einen Tisch mit stämmigen Tschechen um die Spitzenposition resp. den Sieg. Doch dies ist jetzt einfacher beschrieben, als damals durchgetrunken. Ausnahmslos alle verspürten keinen echten Durst mehr und es war nur die Kondition die uns die Gläser langsam leeren liess. Doch wie bei einem Match in Unterzahl in der Verlängerung löste sich auf einmal der Durst eines Verteidigers und das löste den Knopf beim ganzen Team. Auf einmal lief das Rennen gegen den inneren und tschechischen Schweinehund besser und besser. Der Match war ausgeglichen und zum vergitzeln spannend. Schlussendlich pfiff der Unparteiische den Spitzenkampf nach 95 Minuten ab und so siegte die Schweiz knapp über Tschechien mit 30 zu 29 Litern.

Von nun an trennten sich die Wege. Einige zogen es vor, andern bei deren körperlichen Ertüchtigungen an Präsentations- und Kletterstangen zuzusehen, die anderen eher via Umweg nach Hause zu gehen (Anm. der Redaktion: Details über weiteres Tun und Lassen sind nicht im Detail bekannt und wenn überhaupt wahrscheinlich so wahr wie es die sieben Zwerglein gibt).

Sonntag, Tag 3
Die Szenen am Frühstück wiederholten sich analog Vortag. Frau Holle hatte es über Nacht schneien lassen und die weisse Pracht schränkte unser Programm etwas ein. Gerne wären wir auf den kleinen Eiffelturm gestiegen und hätten auf die Stadt und Moldau runtergeschaut (bi Türm isch es doch immer so: besser ufeg’heie und abeluege, als abeg’heie und ufeluege). Doch erstens kommt es anders und zweitens wie tags zuvor. 5/11 blieben bei einem Pivo sitzen, trugen einen aufgewärmten Bläss davon, da der Tee schlicht wieder in den Gitt getrunken wurde, und 6/11 mussten den wohl vornächtlich übertragenen und angestauten Östrogenüberschuss befriedigen und shoppen gehen.

Mit und ohne Handtäschli traf sich das Team wieder im Hotel in der Feusisbergerstrasse. Gebührend verabschiedeten wir uns von der Dame an unserer Hotelbar und machten uns gegen 16hundert auf zum grossen Bahnhof. Der leihweise an Österreich ausgeliehene Mittelverteidiger verabschiedete sich wieder in Richtung Wien und wir kauften noch Reiseproviant, der sich im Gegenzug zur Hinfahrt mehrheitlich aus festen denn flüssigen Bestandteilen zusammensetzte.

Nach der Einpuffung in unsere Abteile folgte die Vereidigung des Oberzugführers zum Hauptzugführer. Nach einer rührenden Ansprache durch den nasal verletzten Stürmer folgte der Ritterschlag mit der
Jack-Daniels Barmatte auf den Allerwertesten. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich der Käpt’n stolzer fühlt als der Schweizer des Jahres Jörg Abderhalden und er sich den neuen Aufgaben, die damit folgen wagemutig entgegenstellen wird. Vielen Dank! 

Unglücklicherweise befanden sich im einem unserer Abteile noch zwei weitere Mitreisenden. Zum Unglück derer meine ich. Nicht nur, dass es durch eine durchgedrehte Heizung zeitweise heisser als heiss wurde, nein auch die Dünstung bekam ihnen nicht sonderlich gut. Professor Daniel Düsentrieb (tupfgenaue Beschreibung eines Abteilteilenden) litt etwas unter der Hartnäckigkeit des Rundherumverteidigers der unterhalb ihm nächtigte und der die Abteiltüre nach Schliessung durch den Professor permanent wieder öffnete. Doch diese Eskapaden legten sich in den frühen Morgenstunden wegen Resignation des Professors.  

Montag, Tag 4
Die Ankunft in Downtown Switzerland ward pünktlich und so erwischten wir den Anschluss nach der Ostschweiz. Einige glückliche durften sich den restlichen Tag zu Hause ausruhen, während die Büezer geschlossen den Bickel wieder in die Hand nahmen.

Und zum Schluss…
Ich möchte mich beim ganzen Team bedanken. Eure Mitreise hat mich äusserst gefreut und geehrt. Bitte unterlast es nicht, oft an vergangene Trainingslager (in der Öffentlichkeit bitte über Studienreisen sprechen) zurück zu denken und nächstes Jahr dem verlockenden Ruf wieder zu folgen.

Mit Stolz auf uns und den Auswärtssieg!

Käpt’n und Hauptzugführer Sir Rohner

::x:: pi.cx dieser studienreise

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