stories
short navi: columns | reports | interviews
kolumnen und derartiges...
Von der Spontaneität einer Polterreise

Seit dem 03.11.06 ist die Definition von Spontaneität wie sie im Duden steht veraltet und durch folgende Version ersetzt worden: Spontaneität ist, wenn man am Freitag um 19.00 Uhr mit Freunden telefoniert und um 20.30 Uhr in Zürich in einem Restaurant beim Abendessen sitzt und darüber hinaus für den Montag eine spontane Studienreise plant.

Aber eigentlich war diese Studienreise keine Studienreise im herkömmlichen Sinn sondern muss in Polterreise umbenamst werden, denn mitreisender Ex-Arbeitskollege und Namensvetter wird in Bälde in den Hafen der Ehe einschiffen (Hafenplatz auf unbestimmte Zeit gemietet).

Der erste Teil der Polterreise verlief nach Plan. Sprich für die Gruppe von 11 Teilnehmern (meine Wenigkeit als Reiseleiter und 10 Quöllfrisch) fand sich Platz bis Main Station Zürich. Kurz nach Abfahrt des EN465 Zürichsee mit Ziel im steirischen Graz, wurden wir freudig überrascht. Die Stewardess erschien mit einer Buddel Chlöpfmoscht unterm Arm. Freudig griffen wir ihr zur Hilfe unter die Arme („Ist hier einer der Axel-schweisst?“). Wie sich herausstellte war der Champagner nicht im Separéééééépreis enthalten, sondern wurde eigens durch unsere (noch-) Freundinnen geordert. Und dies mit üblen, ja man muss das Superlativ zu Wort nehmen, übelsten Mitteln. Im Fussball würde man Blutgrätsche sagen. Meiner Wenigkeit wurde vorgegaukelt eine mir bekannte weibliche Schönheit würde im gleichen Zug mitreisen, worauf ich die Abteilnummer bekannt gab in der Hoffnung auf Besuch zu später Stund (alle die an ULV dachten……ab ins Eckchen, schämt euch!!). Nun die Flasche mit dem Korkenverschluss kam auch nicht ungelegen, neigte sich die Quöllireserve doch dem kritischen Ende zu. Dank diesem Bettmümpfeli schliefen wir prächtig!

In Graz angekommen hiess die Mission: wer findet die Graz-iella zuerst? Im verlaufe des Tages bekamen wir noch öppe ein grazielles Wesen zu Gesicht. Auffällig auffallend waren die bis zum Boden reichenden Beine dieser Graziellen. Die Strümpfevielfalt präsentierte sich in mir unbekannter Diversität. Nicht bloss schwarz oder braun, sondern mit Streifen, Mustern oder Visagenaufdrücken. Ganz fesch! Glauben sie’s oder schauen sie selber nach. Dazu bescherte uns Petrus ein Tag mit Kaiserwetter. Mit unserer Anwesenheit (König von TG und ZH) wurde es ein hochadeliger Tag. Gegen 10 lochloch befanden wir uns beim ersten Frühschoppen. Die Besichtigung jeeenschter touristischer Highlights macht eben durstig. Einige werden’s bestätigen können, andere sind von Natur aus durstige Talente.

Sportfans ist der dort ansässige Fussballclub, der SK Puntigamer Sturm Graz, sicherlich ein Begriff. Mir war zumindest der Hauptsponsor bekannt, ohne Wissen das Herr Puntigamer ein Bierbrauer ist. Die Eigenheit des östreichischen Fussballverbundes (ÖFV) den Hauptsponsor in den Clubnamen einzubeziehen ist schon einzigartig. Stellen wir uns vor der FC St. Gallen würde auf einmal FC genüssig Schützengarten St.Gallen heissen, oder der FC Luzern auf einmal FC pfützig Eichhof Luzern, oder der FC Baaaaasel auf einmal FC 0815-Feldi national Basel.
Nun war die Brauerei unser Ziel, eine Besichtigung Pflicht. Die Enttäuschung vor Ort war dann unerwartet hart. Keine Bläsertruppe am Eingang für ein Willkommensständchen des blaublütigen Besuchs aus dem fernen Helvetien, kein Roter Teppich für unsere glänzenden Lacktreter und zuletzt Verwehrung des Zutritts zu den Braukesseln. Der Frust konnte nur mit dem Kauf eines Massglases abgebaut werden. Darüber hinaus spiesen wir einen testosteronübersäten Käfer-Bohnensalat.

Im Verlaufe des Tages schrieben wir noch Kartengrüsse. Pünktlich 5 vor Abfahrt des EN464 Zürichsee nach Zürich fiel mir ein, dass diese noch in so eine gelbe Schlitzbox zu werfen wären. Ich rannte wie vom Teufel verfolgt aus Wagen 373 und dann weiter orientierungslos im Bahnhof herum. Doch das Schicksal war mir wohl gesinnt und liess mich einen Briefkasten finden. So musste Mitreisender Polterer auch nicht das rote Nothalthebelein nach unten ziehen. Bevor wir ein kurzes Chrösi rissen, deflorierten wir den Masskrug in gewohnter Manier. Es war’s schönscht!!

Weitere Studien- und Polterreisen werden stattfinden. Entweder sie kommen auch mal mit oder lesen neidisch die Berichte (hähmisch-Grins :-).

Oberzugführer im Studien- und Polterreisestab und König des Thurgau Sir Rohner


insider
benutzer:
 
passwort:
 
 
registration passwort vergessen?
werbung