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Mit voller Kraft in die Rezession - Wenn ein Verein eine Reise tut

Der Verein ist für den Schweizer Bürger wie die Wurzeln für einen Baum. Dieser hält ihn fest und stärkt ihn. Er ist ein Synonym für ein Stück Heimat und Verbundenheit zu Land und Leute. Untrennbar zu einem Verein gehört die Vereinsreise, die regelmässig, oder auch nicht, stattfindet.
swisspi.cx erfand auch hier das Rad nicht neu. Die Fixpunkte einer Vereinsreise sind immer ein Reiseziel und ein -zweck. Vom Ziel der Reise hören wir später und vom Zweck gleich jetzt.

Zweifelsohne ist die Erhaltung und Förderung von Freundschaften und dem wohltuenden Zusammengehörigkeitsgefühl zentral und könnte vielleicht mit „teambildenden Massnahmen“ noch treffender beschrieben werden. Auch will man mit der Reise z.B. seinem Körper etwas Gutes tun, indem man sich auf eine Wanderung begibt. Da wir alle fit sind wie ein Regal Turnschuhe stand fest, dass wir unsere Kräfte dafür einsetzen müssen, um anderen zu helfen. Jemandem der bis zum Hals in der …….. steckt. Der Wirtschaft.

Die Büezer (die einen sogar mit Diplom) halten gar nichts von all den Rezessionsängsten, die uns von Ökonomen entgegenschlagen. Im Gegenteil, sie werden verachtet. Abgesehen davon ist der Wirtschaft sowieso am meisten geholfen, wenn sich der Konsument antizyklisch verhält und das Geld mit praktisch beiden Händen von sich wirft. Dem taten wir so.

Die Reise führte uns in die Hauptstadt des Kantons St.Gallen und strebte genau dieses Ziel an. Weg mit dem elenden Geld.
Für die avisierte Location wurde gepflegte Kleidung erwartet. Gut, ich versuchte es eher mit Casual, da ich von diesem Stil, der vor allem von einem ehemaligen Schulkollegen propagiert wurde, angetan war und versuchte mich in Sachen Modetrend auf seine Augenhöhe zu begeben.

Der Eintritt ins «SAS Radisson» wurde uns damit problemlos gewährt, wo wir uns zuerst dem Kulinarischen widmeten und, ich rezitiere von der Speisekarte: eine Kürbiscremesuppe mit geräucherter Wildentenbrust (es war eher eine Wildtaucherente, denn ihre Brust lag zuunterst in der Suppe), gefolgt von Tranchen von Rindsentrekotee an Olivenrisotto und Pakistangemüse, entschuldigung: Pastinackengemüse und zum Schlusspunkt noch Köstlichkeiten aus Schokolade und frischen Beeren verspeisen durften. Begleitet wurde dieses liebvolle Menü von edlen Tropfen, dem vom Nachbar gebrauten Tee und von klaren Wässerchen.

Wohl genährt folgte eine Einführung in die Spielhölle, oh pardon, das Grand Casino St.Gallen, welches per Zufall gleich dem Restaurant gegenüber lag. Ein Herr stellte uns die verschiedenen Möglichkeiten vor dem Casino Geld zukommen zu lassen, dabei viel Freude zu verspüren, die Zeit zu vergessen und darüber hinaus noch abzunehmen. Selbstverständlich konnte er nicht oft genug von möglichen hohen Gewinnen sprechen und einige schienen darauf hin das Blut geleckt zu haben. Was er aber fein säuberlich ausliess war die Tatsache, dass das Glück eine Hure ist. Sie treibt es mit allen. Dann aber nur kurz und heftig und macht sich vom Acker, sobald der Geldseckel leer ist. Sie arbeitet seit eh und je für die Casinos.

Den einen oder anderen war die Hure etwas länger treu, aber über kurz oder lang fand Frau und Mann sich wieder an der Bar, um die Kehle zu netzen. Gröbere Frustrationsschäden mussten glücklicherweise bei niemandem festgestellt werden. Im Gegenteil, wir taten Väterchen Wirtschaft was zu Gute. Das war ja auch der Zweck.
Das mit dem abnehmen traf übrigens auch zu. Bei einigen mehr bei anderen weniger. Aber bei allen an der gleichen Stell: am Gesäss rechts oder irgendwo in den endlosen Tiefen der Handtaschen. Diät ist eine schmerzhafte Sache.
 
Entgegen der Gesetzmässigkeit schien das Mistst(gl)ück einem Herr länger als allen anderen die Stange zu halten. Und dass hatte auch eine sehr positive Seite. Daraus resultierte für uns nämlich immer mal wieder ein Durstlöscher.

Auf dem Heimweg wurde mir einmal mehr die Übernachtungsmöglichkeit im Upper Jordan angeboten. Das nahm ich dankend an. Die Liegepositionen auf dem von Wochenendnächtigern gebeutelten Sofa waren auch eher casual, was leider noch zu einem kurzen, schmerzhaften Zusammenstoss zweier Schädel in den frühen Morgenstunden führte.

Zum Schluss möchte ich dem OK im Namen aller Mitglieder und Mithelfer ein grosses Dankeschön für diesen Abend ausdrücken. Es war genial und weitere solche Aktivitäten sind sehr willkommen.

Der sporadische Tastaturnötiger, Sir Rohner

 

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